Die Schallerbacher fuhren daheim gegen das bereits etwas abgeschlagene Schlusslicht Traun einen 3:0-(2:0)-Pflichtsieg ein. Bei den Traunern geht nach nun 4 Spielen ohne Sieg langsam das Licht aus. Dem Match ging ein seltsames Tor-Offert voraus.
Die erste Samstagspartie der 17. Runde zwischen Bad Schallerbach und dem SV Traun stand unter seltsamen Vorzeichen. Zum einen wäre da das Skandal-Tor vom 10. September der Hinrunde zu nennen als Schallerbach in Traun gastierte und Marcel Schmidt, das Tor zum 2:1 nach einem Schiedsrichterball in die Maschen beförderte. Schmidt schoss den Ball aus der eigenen hälfte zu Torhüter Schimpl, doch der Schuss geriet zu lang und landete zur Empörung der Schallerbacher im Netz. Die Partie endete schließlich 3:2 für Traun und brachte der Kuranda-Elf den ersten Sieg der Saison. Zum anderen, als wäre diese Situation nicht schon kurios genug, sorgte Traun-Coach Kuranda nun vor dem Rückspiel für einen Fauxpas medialer Art. So offerierte Traun Schallerbach nicht nur sich „kampflos das 1:0 schießen zu lassen“ sondern informierte auch diverse Medien über das ungewöhnliche Angebot.
Die Trauner haben angerufen und angekündigt, dass wir ihnen ein Tor schießen dürfen. Das war etwas seltsam und auch unglücklich vom Trainer diese Ankündigung in allen Medien publik zu machen.
Sektionsleiter Klausmair über das Offert:
Auch Schallerbachpräsident Thalmair zeigte sich ablehnend und betonte mit fairen Mitteln gewinnen zu wollen.
Zum Sportlichen: Am Schallerbacher Sportplatz übernahmen die Gastgeber sofort die Kontrolle über das Spiel. Bereits wenige Sekunden nach Anpfiff der erste Vorstoß über Dominik Weinberger von links. Die Flanke wurde jedoch zu lang und der Ball war bei den Traunern. Der Lohn für die Anfangsoffensive der Schallerbacher ließ nicht lange auf sich warten, gingen die Kicker aus dem Thermalort doch in der 16. Spielminute durch Kapitän Kessler mit 1:0 in Führung. Das Tor resultierte aus einem Abwehrfehler der Trauner Defensive. Nach einem Corner gelangte der Ball in die Verteidigung der Gäste. Leon Buchegger wollte den Ball ins Toraus lassen, doch Stürmer Martin Hegedüs ging dazwischen, erkämpfte sich die Kugel und spitzelte den Ball mit einem Stanglpass zu seinem Kapitän Kessler, der bereits vor dem Tor lauerte. Und Thomas Kessler verwertete trocken und souverän zur 1:0 Führung. Obgleich man sich nicht zu 100 Prozent sicher sein konnte, sah das Tor für Schallerbach nicht so aus, als wäre es ein Geschenk der Trauner gewesen.
Nach der Anfangsoffensive schaltete Schallerbach dann einen Gang runter und ließ die Trauner zumindest ein wenig mitspielen. Die schienen den frühen Rückstand ganz gut verdaut zu haben und agierten in der Defensive zwar taktisch sehr diszipliniert, konnten aber in der 21. Spielminute einen gefährlichen Schuss von Harald Ruckendorfer am Sechzehner nicht verhindern. Traun-Keeper Asböck machte sich lang und konnte den Ball, dem eine Ecke zuvor ging, mit Mühen parieren, ehe die Gäste dann die Situation mit einem Befreiungsschlag klären konnten. Schallerbach hatte weiterhin deutlich mehr Ballbesitz und konnte diesen auch in Tormöglichkeiten ummünzen. Traun konnte bislang lediglich zwei Entlastungsangriffe starten, die aber nicht wirklich gefährlich wurden. Dann aber in der 34. Spielminute die Gäste mit einem richtig gefährlichen Konter. Subasic Adin zog in den Strafraum und visierte das lange Eck an. Der gut platzierte Schuss konnte jedoch gerade noch von der Schallerbacher Defensive geblockt werden. Das hätte der Ausgleichstreffer sein können!
Erst in der letzten Minute vor der Pause dann das Tor für Schallerbach zum 2:0. Daniel Haderer beförderte den Ball nach einer Freistoß von Weinberger den Ball mit dem Kopf in die Maschen und sorgte nicht nur für eine komfortable Pausenführung sondern auch für die Vorentscheidung, denn so schwach wie sich Traun präsentierte, glaubten wohl nur die kühnsten Anhänger der Kuranda-Elf noch daran, einen Punkt aus Schallerbach entführen zu können.
Nach verkrampften ersten 45 Minuten wurde Traun zumindest in der zweiten Spielhälfte etwas stärker. Dennoch präsentierten sie sich offensiv fast völlig harmlos und taten sich aufgrund von Ideenlosigkeit und zahlreichen Fehlpässen weiterhin schwer beim Erzeugen von Möglichkeiten. Also übernahm Schallerbach auch nach der Pause gleich wieder das Kommando und kam durch Harald Ruckendorfers Premieren-Tor für sein neues Team zur souveränen 3:0 Führung. Trauns überforderte Defensive konnte den Ball nicht im eigenen Sechzehner nicht klären, nach einem Stanglpass gelangte die Kugel zu Ruckendorfer in den Fünfer und dieser konnte den Ball aus kurzer Distanz problemlos ins Tor spitzeln. Wieder ging dem Treffer die Unkonzentriertheit der Trauner-Hintermannschaft zuvor.
Im weiteren Verlauf des Spiels war es für zehn Minuten fast immer dasselbe Bild. Schallerbach stand jetzt hinten sicher, die bislang offensiv zaghaft agierenden Trauner rannten nun an, versuchte mehr, aber ihnen fehlten ehrlicherweise einfach die spielerischen Mittel. Man muss hier leider die Frage nach der Qualität des Kaders stellen. In dieser Form ist das leider nicht Oberösterreichligareif. Als die Trauner sich abgespielt hatten, kamen in der 63. Spielminute wieder die Hausherren und hatten die Riesenchance durch den eingewechselten Philipp Enzlmüller zum 4:0. Mit einem Steilpass wurde ein hervorragender Spielzug zum mitgelaufenen Verteidiger Weinberger eingeläutet. Dieser brachte den Ball mittels Stanglpass wieder zu Enzlmüller, sodass dieser nur noch zum 4:0 einschießen musste. Doch dazu kam es nicht mehr. Denn Traun-Keeper Asböck stürmte heraus und blieb im Duell 1 gegen 1 Sieger. Egal, werden sich die Schallerbacher denken, mit dem 3:0 können sie den Trend der letzten Wochen bestätigen und positionieren sich in der Tabelle so auf einem Nicht-Abstiegsplatz im unteren Mittelfeld der Tabelle. Anders die Trauner, Kuranda hat nicht mehr viel Zeit sein Team wieder auf die Siegerstraße zu bringen und so wächst der Rückstand aufs rettende Ufer immer weiter.
Fazit: Bad Schallerbach ist in der Rückrunde noch ungeschlagen und hat in vier Partien acht Punkte geholt. Traun indes weist acht Partien vor Saisonschluss drei Punkte Rückstand auf den Vorletzten Sattledt und bereits acht Punkte Differenz zum Tabellenzwölften Eferding auf. Für Traun zählen eigentlich nur noch Siege, alles andere wäre wohl zu wenig. In der nächsten Runde müssen die Schallerbacher in die Landeshauptstadt zu Donau Linz und eine Woche darauf kommt es zum direkten Duell gegen UFC Eferding. Punktet die Hegedüs-Elf in diesen Begegnungen, so kann man das Abstiegsgespenst wohl endgültig aus dem Thermalort vertreiben. In Traun hingegen bräuchte man wohl einen Exorzismus anderer Art…