Bis zur 65. Minute durften die Neumarkter vom zweiten Dreier in der Rückrunde träumen. Aber ein Rückfall in alte Verhaltensmuster brachte die Gäste aus Schärding zurück auf die Siegerstraße.
150 Zuschauer am Sportplatz Neumarkt sahen einen sehr verhaltenen Beginn der beiden Mannschaften. Gegenseitiges Abtasten war angesagt, man versuchte zunächst vor allem einmal in der Defensive gut zu stehen. Fünfzehn Minuten waren gespielt, als der Ball dann doch zum ersten Mal im Tor zappelte. Nach einem Lattenknaller stand der Neumarkter Kozul goldrichtig und verwertete den Abpraller trocken zur 1:0 Führung für die Gastgeber. Der Gegentreffer war ein kleiner Weckruf für die Schärdinger, man kam besser in die Partie und tat mehr für die Spielgestaltung, allerdings ohne sich dabei wirklich zwingende Chancen zu erarbeiten - Neumarkt stand hinten einfach zu konzentriert. Somit gingen die Hausherren mit einem knappen Vorsprung in die Pause.
Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn waren es erneut die heimischen Fans, die jubeln durften. Nach einem schön vorgetragenen Konter über die rechte Seite gelang es den Schärdingern zwar noch den Schuss von Kormos abzublocken, aber Celepci hämmerte den Abpraller von der Sechzehnerkante mit einem Gewaltschuss unhaltbar unter die Latte. Aber anstatt den Schwung aus dem 2:0 mitzunehmen verfielen die Neumarkter wie schon in den Wochen zuvor in das alte Muster und verlegten sich darauf das Ergebnis über die Runden zu bringen. Nun waren die Schärdinger vollends am Drücker. Dennoch dauerte es noch etwa zwanzig Minuten bis die Überlegenheit auf dem Feld in etwas Zählbares verwandelt werden konnte. Eine Standardsituation brachte schließlich die Wende für die Hartinger Elf. Aigner zirkelte einen Freistoß unhaltbar für Goalie Ecker über die Mauer zum 1:2. Vom Anschlusstreffer angespornt witterten die Schärdinger ihre Chance um den Rückweg doch noch mit den angestrebten drei Punkten in der Tasche antreten zu können. Dies schuf wiederum Platz für die Neumarkter zum Kontern, aber deren Versuche scheiterten meist kurz vor dem Strafraum, da der letzte Pass seinen Weg zum Mitspieler nicht finden wollte. Vor allem in dieser entscheidenden Phase agierten die Neumarkter ungemein nervös. Und die Gäste nutzten diese allgemeine Unsicherheit eiskalt aus. Schließlich war es ein Doppelschlag von Goalgetter Wenny, der den SK mit seinen Saisontreffern 15 und 16 auf die Siegerstraße brachte. Beim Ausgleich war es wieder Aigner, der seine Finger, oder besser gesagt Beine im Spiel hatte. Der Stürmer entwischte seinem Verteidiger nach einer mustergültigen Flanke Aigners und köpfte unhaltbar zum 2:2 ein. Nur drei Minuten später war es erneut Wenny, der sich auf halblinker Position durch die Neumarkter Defensive tankte und den Ball am Torwart vorbei ins lange Eck schob.
Während der SK Schärding mit den drei Punkten vorerst Ranshofen überholt und sich bis auf Tabellenplatz fünf vorschiebt ist bei den Gastgebern aus Neumarkt gehörig Feuer am Dach. Die Truppe von Otto Arnezeder liegt nun nur noch auf Grund der besseren Tordifferenz vor dem SV Pichl und dem damit verbundenen Relegationsplatz.