61 Spiele in Serie war Ligaprimus NÖSV Neulengbach (in nationalen Bewerben) unbesiegt. Am vergangenen Samstag riss die unglaubliche Serie der Uhlig-Equipe. Der alte und neue Meister kassierte gegen LUV Graz eine 0:1(0:1)-Schlappe. Zugleich war es die erste Heimniederlage seit acht Jahren. Der Meisterparty tat dies jedoch keinen Abbruch. Auch auf den anderen Sportplätzen tat sich am 18. (und letzten) Spieltag der ÖFB-Frauenliga noch einiges – oder eben nicht. Die Spieltagsanalyse, diesmal u.a. mit (der) Queen.
Ehrgeiz gegen "goldene Ananas"Für nicht weniger als vier Teams konnte der letzte Spieltag der ÖFB Frauenliga noch eine Veränderung der Abschlussplatzierung mit sich bringen. Während sich
McDonalds LUV Graz (von 6 auf 5) und der
FC St. Veit (von 8 auf 7) nur noch verbessern konnten, liefen der
USC Landhaus (5) und
Union Kleinmünchen (7) Gefahr, ihre Plätze noch zu verlieren. Es kam jedoch zu keinem direkten Duell. Im Gegenteil: Jedes des genannten Teams traf am Wochenende kurioserweise auf Gegner, die ihre Tabellenposition bereits sicher hatten. Weil die
USG Laskaj Ardagger/Neustadtl die Auswärtsreise nach Tirol nicht auf sich nahm, fanden nur vier Spiele statt, die somit allesamt wenigstens ein bisschen Spannung versprachen.
Die Abschlusstabelle der ÖFB Frauenliga, Saison 2011/2012
In zwei von vier Spielen "siegte" der
Ehrgeiz...
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McDonalds LUV Graz gewann beim feststehenden Meister
NÖSV Neulengbach Pflegeheim Beer (0:1) und schob sich noch auf Platz Fünf vor.
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St. Veit trotze dem
FC SHT Südburgenland ein 2:2-Unentschieden ab und eroberte Platz Sieben..
...während in den restlichen beiden Spielen Neo-Vizemeister
ASV Simacek Spratzern (3:1 gegen
USC Landhaus) und die neuntplatzierte
SG FC Bergheim/USK Hof(3:4 bei
Union Kleinmünchen) die
"goldene Ananas" eroberten. Ihre Siege hatten auf die Tabelle wie gesagt keine Auswirkungen. Die Niederlagen ihrer Kontrahenten hingegen schon.
USC Landhaus rutschte in der Endabrechnung auf Platz Sechs ab, ebenso wie die Union aus
Kleinmünchen, die sich mit Platz Acht zufrieden geben muss. Somit tauschten jeweils zwei Teams am letzten Spieltag noch die Plätze. (Genaueres siehe Tabelle.)
Das Ende zweier Serien Besonders hervorzuheben ist sicherlich der Sieg von
McDonalds LUV Graz beim
NÖSV Neulengbach. Nicht nur, dass die Uhlig-Elf am letzten Spieltag die erste Saisonniederlage bezog, für die Damen aus dem Wienerwald war es die erste Niederlage seit 61 Spielen auf nationaler Ebene. Noch bemerkenswerter: Das in Neulengbach nach dem Schlusspfiff das Auswärtsteam jubelt, gab es zuletzt vor über acht Jahren. Am 12. April 2004 gewann mit dem
USC Landhaus(1:2) letztmals ein (österreichisches) Auswärtsteam im Wienerwaldstadion. Damals spielte
Thomas Flögel (heute Landhaus-Trainer) noch in der Bundesliga, für Austria Wien. Weil alles ein Ende hat (von der Wurst ganz zu schweigen, die hat sogar zwei), mussten auch diese unfassbaren Serien irgendwann zu Ende gehen. Dem NÖSV wirds herzlich egal sein. Zum einen wird man versuchen eine neue Serie zu starten, zum anderen durfte man nach dem Schlusspfiff ausgelassen feiern, war man doch zum 10. Mal in Folge Meister geworden - mal sehen wann diese Serie zu Ende geht.
À la (K/c)arteIn der Speisekarte findet man die Meistertorte des
NÖSV sicher nicht. Heuer hatte sie die Form einer Urkunde, welche zu zehn Meistertiteln in Folge gratuliert. Wie die Torte schmeckte kann ich euch an dieser Stelle nicht "zeigen" - soweit ist die Technik noch nicht. Einer der es sehr genau weiß, meinte jedoch nach dem Spiel, dass sie "sehr gut" schmecke. Dieser jemand ist Meistercoach
Johannes Uhlig, der die Torte (wie einige Spielerinnen auch) mitten ins Gesicht bekam. Wie dieses (Gesicht) danach aussah, kann ich euch zeigen - soweit ist die Technik nämlich schon. Der Trainer präsentierte sich nach der Meisterfeier ungewaschen vor der fanreport.com-Kamera. Klickt euch einfach in die
Videointerviews zum Spiel.
Apropos Karte: Am 18. Spieltag sahen sich die Schiedsrichterinnen gezwungen gleich neunmal(!) in die Tasche zu greifen. Nicht weniger als acht Gelbe und eine Gelb/Rote Karte wurden dabei verteilt. Kurios: So viele Karten wurden in der Rückrunde nur ein weiteres Mal verteilt. Am 14. Spieltag, wo ebenfalls nur vier Spiele stattfanden. Kurioser: Drei Elfmeter in vier Spielen ist auch ein überdurchschnittlicher Wert. Am Kuriosesten:
Anna Carina Kristler, Torfrau des
FC St. Veit schaffte das (für Torfrauen) seltene Kunststück mit Gelb/Rot vom Platz gestellt zu werden. Sie musste zweimal(9., 74.) in höchster Not klären und kam jeweils nur einen Hauch zu spät. Unglücklicher hätte es für eine der besten Torfrauen des Landes an diesem Tag nicht laufen können. Immerhin holte
St. Veit den Punkt und Platz Sieben.
KöniginnenNicht nur
Queen Elizabeth II. feierte am Wochenende (ihr 60-jähriges Thronjubiläum). Auch
Nina Burger (Neulengbach) durfte sich wieder einmal die "Krone" als Torschützenkönigin aufsetzen. Mit 28 Toren eroberte sie, vor ihrer Mannschaftskollegin (
Maria Gstöttner, 27 Tore), ihre sechste "Torjägerkanone"(en suite), welche in Österreich allerdings "nur" ein Fußballschuh aus Glas ist. Damit geht dieser Titel zum 12. mal in Serie in den Wienerwald.
Ungekrönte Königinnen, nämlich "Unentschiedenköniginnen", gibt es in Kärnten. Der
FC St. Veit spielte in der abgelaufenen Saison nicht weniger als sechs mal unentschieden - doppelt so oft, wie
Spratzern, dass in dieser (inoffiziellen) Wertung auf Platz Zwei liegt. In jedem dritten Spiel mit FC-Beteiligung gibt es also keinen Sieger.
"Time to say goodbye"Neben der "We are the Champions"-Hymne von Queen(gemeint ist jetzt die Band, nicht Elizabeth), darf bei jedem Saisonabschluss auch die Hymne des italienischen Startenors Andrea Bocelli nicht fehlen. Zeit "auf wiedersehen" zu sagen ist nämlich immer am letzten Spieltag. Die Legionärinnen
Liese und
Monica vom
NÖSV kehren nach acht bzw. fünf Jahren in ihre Heimat Brasilien zurück (siehe dazu das große
fanreport.com-Abschiedsinterview). Aber auch einige österreichische Jungtalente verlassen das Land. Graz-Stürmerin
Simona Koren, die Salzburgerin
Sarah Zadrazil (beide East Tennessee State University) und Neulengbach's
Romina Bell (American International College; Springfield, Massachusetts) verschlägt es nach Amerika, wo sie mit ihren Uni's an den NCAA-Collegemeisterschaften teilnehmen werden. Für den österreichischen Damenfußball ist diese Entwicklung sicher positiv, auch wenn die Liga die Spielerinnen im nächstes Jahr schmerzlich vermissen wird. Verabschiedet wurden sicherlich von vielen Vereinen auch Spielerinnen, die innerhalb Österreichs die Vereine wechseln.
fanreport.com hält euch in Sachen Transfers natürlich auch in der Sommerpause auf dem Laufenden.
Von der Frauneliga verabschieden muss sich die
USG Laskaj Ardagger/Neustadtl. Das Team von Coach
Ernö Doma holten in der vergangenen Saison zwei Punkte und steigt als Zehnter aus der ÖFB Frauenliga ab. Auf diesem Wege wünschen wir von fanreport.com dem USG alles Gute im Unterhaus und danken für die Zusammenarbeit in der Saison 2011/2012. Den Platz von Ardagger nimmt nächste Saison der
SKV Altenmarkt ein.
Im Namen von
fanreport.com darf ich mich (zumindest für kurze Zeit) auch von euch, liebe User, verabschieden. Aber keine Angst! Wir berichten auch in der Sommerpause wöchentlich über Transfers, Entwicklungen, Trainingslager und Testspiele der Bundesligisten. Danke für das Verfolgen der Berichterstattung zur ÖFB Frauenliga in der Saison 2011/2012. Stay tuned!