Anpfiff zur zweiten Halbzeit im großen fanreport.com-Saisonrückblick! Nach dem Meister, den Verfolgern und dem oberen Mittelfeld, sind noch drei weitere Teile ausständig: Die Analyse des Absteigers, die Wahl zum Team der Saison (inkl. Spielerin des Jahres) und das untere Mittelfeld - auf das wir im Folgenden blicken!
a) FC St. Veit"Wir haben unser Ziel nicht erreicht, ganz einfach", bilanzierte FC-Coach
Diethard Sauerbier. Ein Platz unter den ersten Fünf hätte es werden sollen. Es wurde Platz Sieben! Warum der
FC St. Veit das untere Mittelfeld anführt? Dem gehen wir auf den Grund.
"Neubeginn"
Wir haben unser Ziel nicht erreicht, ganz einfach.
FC-Coach Sauerbier trocken
Nach der höchst erfolgreichen Saison 2010/2011, in der der SK KELAG Kärtnen Platz Drei belegte, änderte sich in Kärnten so einiges. Erfolgscoach
Hans Gröss zog sich zurück und das Team trennte sich von allen Legionärinnen. Unter dem Namen FC St. Veit/Glan sollten ab jetzt vermehrt junge Spielerinnen aus der Umgebung die Chance ekommen bundesligaluft zu schnuppern. Spielstätte blieb jedoch weiterhin Glanegg. "Dort haben wir perfekte Bedingungen", so Sauerbier. Erhofft wurde sich seitens des FC - wie gesagt - ein Platz unter den ersten Fünf!
Hinten hui, vorne pfui!
Die Saison verlief für St. Veit nicht nach Wunsch!
Mit Nationaltorhüterin
Anna Kristler, können die Kärtnerinnen auf die vermutlich beste Torhüterin des Landes zurückgreifen. Die ist, gemeinsam mit ihrer starken Abwehr rund um
Carmen Oberreßl & Co., auch der Grund warum St. Veit Siebenter wurde - und nicht Achter oder Neunter! In der Offensive fehlt es der Sauerbier-Elf nämlich an allen Ecken und Enden! Lediglich 21 Tore hat das Team aus Kärtnen in dieser Saison erzielen können - seltener traf nur Absteiger Ardagger(9)! In Kärnten fehlt eine echte Knipserin.
Nicole Descovich gewann mit ihren vier Treffern die teaminterne Torschützenliste vor
Anna Modre,
Tatjana Sabitzer und
Nike Winter (je 3). "Wir schießen einfach zu wenig Tore. Jedes 0:1 ist eine somit im Prinzip schon eine verlorene Partie", weiß auch der Trainer um die Schwächen seines Teams. Neben Descovich, Modre, Sabitzer und Winter trafen nur noch drei weitere Spielerinnen ins gegnerische Tor - nur bei Ardagger haben weniger Spielerinnen "angeschrieben". Apropos Ardagger: Der FC St. Veit ist die einzige Mannschaft, die gegen den Absteiger keines der beiden Spiele gewinnen konnte. Alle anderen Mannschaften gewannen sogar beide Spiele! Ergo holte der Absteiger alle seine Punkte (2) gegen die Kärtnerinnen.
UnentschiedenköniginnenWie bereits in der vergangenen Berichterstattung erwähnt, sind die Kärntnerinnen die "Unentschiedenköniginnen" der Liga! Ein Titel um den sich zwar "niemand etwas kaufen" kann, jedoch prägten Punkteteilungen die Saison des FC eben maßgeblich. Kein Wunder, wenn im Schnitt jedes dritte(!) Spiel "X" endet. Das erste Unentschieden gab es in Runde 4 (1:1 gegen Wacker). Und weil's so schön war, hängten die Kärntnerinnen gleich zwei weitere (Runde 5, 6) an. Nach einem Unentschieden in Runde 15 beendete man die Saison - wie sollte es anders sein - mit zwei Unentschieden.
Das Zünglein an der WageZugegeben: Das ließt sich alles sehr schlimm. Und um noch einen draufzusetzen: St. Veit gewann nur drei seiner 18 Spiele, dreimal dürft ihr raten, welches Team weniger Siege auf dem Konto hat ... Nichts desto trotz hat der FC am Ausgang dieser Saison entscheidend mitgewirkt. Mit Heimsieg in Runde 12 gegen Aufsteiger Spratzern, verlor der ASV erstmals in dieser Spielzeit den Anschluss an Serienmeister Neulengbach - und das sollte sich bis Saisonende auch nicht mehr ändern!
Schade, dass es in Kärntnen zu wenig Anerkennung für die Leistungen der Mädls gibt.
Der Trainer trachtet nach Anerkennung
Der FC St. Veit hat sich also entschlossen den Weg mit jungen Spielerinnen zu gehen. In seiner ersten Saison unter dem neuen Namen erreichte das Team "nur" Platz Sieben. Coach Sauerbier ist nicht nur deshalb traurig: "Schade, dass es in Kärntnen zu wenig Anerkennung für die Leistungen der Mädls gibt."
fanreport.com erkennt die Leistungen der vergangenen Saison schon an und wünscht alles Gute für 2012/2013.
"Zahlen bitte!"(betriff nur die Spiele der ÖFB-Frauenliga)- Platz: 7.
- Tore: 21 (~ 1,2 Tore pro Spiel)
- Gegentore: 43 (~ 2,4 Gegentore pro Spiel)
- Punkte: 15 (~ 0,8 Punkte pro Spiel)
- beste Torschützinnen: Nicole Descovich (4), Anna Modre, Tatjana Sabitzer, Nike Winter, (je 3)
- Karten: 0 x Rot, 1 x Gelb-Rot, 29 x Gelb
b) Union KleinmünchenDie
viele Verletzungen hielten die Linzerinnen nicht davon ab, die
gesetzten Ziele zu erreichen. Vor dem letzten Spieltag sah man wie der
sichere Siebente aus. Am Ende wurde es jedoch Platz Acht. "Aber ob
Siebenter oder Achter, das ist wirklich egal", resümierte
Union Kleinmünchen-Coach
Gerald Reindl.
"Ausbildungsverein" und Verletzungspech
Vier Nachwuchsnationalspielerinnen - u.a. M. Jakober (li.) - stellt die Union.
Gemeint war das, so wie es gesagt war - für Kleinmünchen spielt die Platzierung absolut keine Rolle. "Wir sehen uns als eine Art Ausbildungsverein", unterstreicht der Trainer. Beleg dafür sind die folgenden Zahlen: Mit
Magdalena Jakober,
Aurelia Zeilinger,
Denise Pesendorfer (jeweils U19) und
Simone Krammer(U17) stellen die Oberösterreicherinnen nicht weniger als vier Jugendnationalspielerinnen. Wann hat es das zuletzt in Kleinmünchen gegeben?
Natürlich musste heuer viel Lehrgeld gezahlt werden und leider blieb auch das Verletzungsgespenst nicht fern. Speziell im Frühjahr ging es drunter und drüber: "Nach der elften Runde hatten wir neun verletzte Spielerinnen, in Runde 18 aber auch immer noch drei", so Reindl. Die Mannschaft verjüngte sich somit "von selbst". Topscorerin
Caroline Stöfan stand zudem in der Rückrunde (beruflich) nicht mehr zur Verfügung. Warum die Oberösterreicherinnen trotzdem dem Abstiegskampf fern blieben? Teamgeist! Union verfügt über ein starkes Kollektiv, in dem keine Spielerin durch Starallüren oder dergleichen auffällt. Zudem gibt es eine "gesunde Hierarchie" - im Team, welches Kapitänin
Eva-Maria Wirtitsch Woche für Woche aufs Feld führte. Zwar gab es erst in der fünften Runde den ersten Sieg (1:2
in Innsbruck), dafür legte die Reindl-Elf in den Runden 6 und 7 gleich noch zwei Siege nach, ehe es wieder zwei Niederlagen setzte. Im Winter war man somit weit entfernt vom Abstiegsrang. Der Abstand wurde bis zum Ende der Spielzeit nicht mehr kleiner - das Team konnte beruhigt arbeiten.
Lieblingsergebnis
Wir sind mit der Saison sehr zufrieden und sind sehr stolz auf unser junges Team.
Union-Coach Reindl ist zufrieden
Hätten diverse Wettanbieter die ÖFB-Frauenliga im Programm wäre man dieses Jahr reich geworden - zumindest wenn man auf das "Lieblingsergebnis" der Kleinmünchnerinnen getippt hätte. Nicht weniger als SIEBEN(!) mal endete eine Kleinmünchen-Partie 4:1. Gegen Südburgenland (zwei mal), St. Veit, Spratzern, Wacker und Landhaus verlor man sechsmal mit 1:4 In Ardagger gewann man mit eben diesem Ergebnis.
fanreport.com gratuliert auch der Union zu einer tollen Saison!
"Zahlen bitte!"(betriff nur die Spiele der ÖFB-Frauenliga)- Platz: 8.
- Tore: 29 (~ 1,6 Tore pro Spiel)
- Gegentore: 56 (~ 3,1 Gegentore pro Spiel)
- Punkte: 15 (~ 0,8 Punkte pro Spiel)
- beste Torschützinnen: Caroline Stöfan (9), Virktoria Madl (7)
- Karten: 0 x Rot, 0 x Gelb-Rot, 12 x Gelb
c) SG FC Bergheim/USK Hof Das Saisonziel erreicht hat die neu formierte
SG FC Bergheim/USK Hof. "Das Saisonziel war der Klassenerhalt und den haben wir geschafft", gab SG-Trainer Ulrich Bielka zu Protokoll. Obwohl die Salzburgerinnen in der abgelaufenen Saison nur Platz Neun belegten, spukte das "Abstiegsgespenst" nie so wirklich in der Mozartstadt, man erreichte bereits in Runde 13 das "rettende Ufer". Die Saison war aber alles anders als leicht für die SG, die sich vor der Saison aus dem FC Bergheim und dem USK Hof bildete - die zweiten Mannschaften spielen getrennt in den unteren Ligen.
Problemzone: Abwehr
An ihr lag es nun wirklich nicht: Torfrau Isabella Scholze
Die Salzburgerinnen haben zwar die meisten Tore im "unteren Mittelfeld" erzielt (30), jedoch hapert es bei den Mozartstädtern am hinteren Ende des Spielfeldes. Ganze 75 Treffer (4,2 pro Spiel) fing sich die Hintermannschaft - rund um Torfrau
Isabella Scholze - in den diesjährigen 18 Saisonspielen ein. An insgesamt 14 Wochenenden gelang es der Bielka-Elf nicht weniger als drei Treffer pro Spiel zu kassieren - lediglich gegen Ardagger (ein bzw. kein Gegentor), Kleinmünchen (zwei) und St. Veit (eines) hielten
Sarah Sturm & Co. halbwegs dicht.
Warum das nicht öfter so funktionierte, liegt an den vielen Verletzungen und Ausfälle die Coach Bielka und sein Team über die Saison hinweg zu kompensieren hatten. Regisseurin
Sarah Zadrazil kehrte leicht angeschlagen von der U19-EM-Quali zurück. "Das hat sie sicherlich ein bisschen behindert", findet auch ihr Trainer. Mitte des Frühjahrs verletzte sich auch Sarah Sturm schwer am Knöchel - die Saison war für sie gelaufen. Unglücklicherweise musste die SG im Spiel gegen Neulengbach auch noch auf die gesperrte
Isabella Grössinger verzichten, weshalb es zur höchsten Saisonniederlage kam (0:12).
Offensive & PhysisDie Offensive der SG ist - wie bereits erwähnt - sehr gut aufgestellt. Mit der erfahrenen
Karin Gruber und der jungen
Jelena Gatea hat das Team durchaus die Stürmerinnen, die Zadrazils Ideen in Tore ummüntzen. Nur wer in fast jedem Spiel mindestens drei Treffer einfängt, hat es eben schwer. Schwer hat man es aber auch physisch. Die Salzburgerinnen können körperlich (und folglich auch spielerisch) mit nahezu jedem Gegner tadellos mithalten - leider nur die erste halbe Stunde, danach werden sie oft überrascht bzw. schlimmsten falls überrollt. Bestes Beispiel: Die 0:12-Heimniederlage gegen Meister Neulengbach, in der die Salzburgerinnen bis zur 30 Minuten kaum Torchancen zuließen und selbst die Kugel zirkulieren haben lassen. Nach 25-30 Minuten zeigte die Anzeigetafel folgerichtig 0:0. Keine Stunde später stand sie zwar noch immer auf 0:0, aber nur weil aus technischen Gründen keine zweistelligen Ergebnisse angezeigt werden können - in Wirklichkeit stand es also 0:10; am Ende 0:12. "Auch gegen Landhaus haben wir spät die Tore bekommen", ergänzte Coach Bielka um ein weiteres Beispiel zu nennen.
Klassenerhalt fünf Runden vor Schluss
Topscorerin Saraz Zadrazil - hier im Nationalteamtrikot.
Trotz all der
Probleme in der abgelaufenen Spielzeit konnte der Klassenerhalt bereits
in der 13. Runde praktisch fixiert werden - auch wenn die USG Laskaj
Ardagger/Neustadtl auch nach dem direkten Duell immer noch theoretische
Chancen hatte! Mit 5:0 siegte die SG in besagter Runde beim
Tabellenletzten und hatte ab diesem Zeitpunkt immer mindestens acht
Punkte Vorsprung auf Abstiegsrang Zehn. Die letzten beiden Monate konnte also in Ruhe gearbeitet werden, für Ardagger war der Zug abgefahren.
fanreport.com gratuliert der SG zum Klassenerhalt und freut sich auf ein weiteres Jahr Frauenliga in Salzburg.
"Zahlen bitte!"(betriff nur die Spiele der ÖFB-Frauenliga)- Platz: 9.
- Tore: 30 (~ 1,7 Tore pro Spiel)
- Gegentore: 75 (~ 4,2 Gegentore pro Spiel)
- Punkte: 13 (~ 0,7 Punkte pro Spiel)
- beste Torschützinnen: Sarah Zadrazil (7), Jelena Gatea, Karin Gruber (je 6)
- Karten: 1 x Rot, 0 x Gelb-Rot, 12 x Gelb
Saisonrückblick (1): der MeisterSaisonrückblick (2): die Verfolger Saisonrückblick (3): das obere Mittelfeld Saisonrückblick (4): das untere MittelfeldSaisonrückblick (5): der Absteiger
Saisonrückblick (6): Team des Jahres, Spielerin des Jahres