Antonin „Tonda“
Panenka- ein Name der für die Hochzeit der tschechoslowakischen
Fußballsports steht. Der Edeltechniker,
Freistoßgott und Erfinder des Panenka Elfmeters ist ein Star, der weit
davon entfernt ist abzuheben. Freundlich und bescheiden steht er Rede und
Antwort und zeigt keinereli Berührungsängste mit den Fans. Fleißig schreibt er
Autogramme, lässt sich fotografieren und plaudert über alte Zeiten in
Österreich. Doch wer genau ist Antonin "Tonda" Panenka?
Der Erfolgshungrige: Der 63-jährige Prager gewann in seiner Karriere beinahe alle nur erdenklichen Titel: Mehrfacher Meister in der CSSR und in Österreich, Europameister 1976, Einberufung in die FIFA-Weltauswahl, Nominierung in Rapids Team des Jahrhunderts, das schönste Tor aus 30 Jahren Bundesliga,…- eine Liste an Erfolgen, die wohl länger wäre als die Strecke Wien-Prag.
Der Erfinder: Der berühmte Schupfer im EM-Finale ist fast allen Fußballfans in Erinnerung. Oft kopiert, aber nur selten erreicht. Was der Prager 1976 und rund dreißig weitere Male vorzeigte, wurde von vielen Stars kopiert: Totti bei der EM 2000, Zidane im WM-Finale 2006, Pirlo bei der EURO 2012, doch ins Fußballgedächtnis hat sich Panenkas Penalty wohl am Stärksten eingeprägt. Monatelang übte er diese spezielle Art des Elfmeters, wettete mit seinen Mitspielern um Schokolade, Zigaretten oder sein geliebtes Bier, um das Kunststück den Ball mit viel Effet mittig ins Tor zu bugsieren, erfolgreich zu finalisieren. Gerade dieser Kunstschuss sollte das Endspiel von Belgrad zugunsten der CSSR entscheiden. Ulli Hoeneß, der die Kugel zuvor in den Nachthimmel schoss und Sepp Maier waren jahrelang beleidigt. Gäbe es für diesen Elfmeter ein Patent, wäre Panenka heute wohl Millionär. Mittlerweile hat sich Panenka nicht nur einen Platz in den Geschichts- sondern auch in den Wörterbüchern Frankreichs gesichert. „Fais un panenka“ ist eine gebräuchliche Redewendung im französischen Fußballjargon.
Der Österreichlegionär: Erst mit 33 Jahren verließ Panenka seinen Stammverein Bohemians Prag und ging ins Ausland. Die Bestimmungen, um über die Landesgrenen zu wechseln waren in der CSSR äußerst restriktiv: Man musste mindestens 32 sein und 45 Länderspiele auf der Visitenkarte stehen haben. Panenka hatte Angebote aus Belgien (Lokeren) und Spanien (Murcia), entschied sich aber für den österreichischen Rekordmeister. Dort erlebte er seine erfolgreichsten Jahre auf Klubebene, wurde in der Saison 1984/85sogar Torschützenkönig im Europapokal der Pokalsieger. Für den Tschechen war vor allem die Europacupbegegnung mit seinem Ex-Verein Bohemians Prag von emotionaler Bedeutung, der gegen Rapid das Nachsehen hatte. Übrigens erzielte der 59- fache Internationale sowohl für Bohemians Prag, als auch für Rapid je 77 Tore, ein Drittel davon waren Freistöße. Nach seinem Rapid Engagement, das seinen Höhepunkt mit dem Europapokalfinale gegen Everton fand (Rapid verlor dieses mit 1:3, Panenka wurde aufgrund einer Verletzung nur eingetauscht), wechselte der Offensivmann nach St. Pölten, dann für zwei Spielzeiten zum SK Slovan, ehe er für Hohenau und bis zu seinem 45. Lebensjahr bei Kleinwiesendorf seine ballesterischen Fähigkeiten unter Beweis stellte. Heute lebt er in der Nähe von Prag, kommt aber immer wieder gern nach Wien zu Besuch, da er auch Teil von Rapids „Legendenklub“ ist.Der Schnautzbartträger: Sein Spitzname „Tonda“ ist eine Abkürzung für Antonin. Doch Panenka selbst meint, dass er von Mitspielern eher den Spitznamen „vous“, das tschechische Wort für Bart zugesprochen bekam. Der Schnautzer ist seit jeher Panenkas Markenzeichen. Ein Abrasieren a la Herbert Prohaska kommt für ihn nicht in Frage.
Josef „Joschi“ Kadraba ist ein Teil der legendären 62er Mannschaft, die bei der Weltmeisterschaft in Chile den Vizeweltmeistertitel erringen konnte. Der heute 79-jährige gebürtige Tscheche, der mittlerweile österreichischer Staatsbürger ist, ist somit der einzige Österreicher, der in einem WM-Finale stand! Aber alles der Reihe nach:
Kadraba sammelte erste Erfahrungen beim tschechoslowakischen
Verein Slavoi Liberec, ehe er zu den großen Vereinen Sparta und später Slavia
Prag wechselte. Der Stürmer feierte 1958 sein Debüt in der Nationalmannschaft
und erzielte 9 Tore in 17 Länderspielen. Sein wohl größter sportlicher Erfolg
war der Einzug ins WM-Finale von Santiago de Chile. In der Vorrunde traf die
osteuropäische Mannschaft, die mit Fußballgrößen wie Josef Masopoust, den
späteren Slovan Legionären Josef Adamec und Jan Popluhar bestückt war, auf
Brasilien mit einem gewissen Edson Arantes do Nascimento, besser bekannt als
Pele. Der Selecao trotzte man ein 0:0 ab, eliminierte in der Vorrunde Spanien
(mit den eingebürgerten Pukas, Di Stefano und dem Startrainer Helenio Herrera),
im Viertelfinale Ungarn und im Halbfinale Jugoslawien. Kadraba schoss in diesem
Semifinale den so wichtigen Führungstreffer und bereitete das 2:1 von Scherer
vor. Im Finale musste man sich allerdings Brasilien geschlagen geben. Erst
kürzlich gab es ein Wiedersehen mit den Rivalen von damals (siehe Interview).
Kadraba spielte dann in Wien, allerdings war es ihm untersagt, für eine
Profimannschaft aufzulaufen. So landete er beim SC Hinteregger und kickte
fortan in der Wiener Stadtliga. Von 1973 bis 1979 war Kadraba dann Trainer beim
SK Slovan, die er zum Meistertitel in der Wr. Stadtliga führte. Unter seinen
Fittichen fanden sich auch ehemalige Mitspieler aus der Nationalmannschaft
(Adamec und Popluhar). Was der rüstige und fußballbegeisterte Wiener sonst noch
zu erzählen hat und warum er auf die Autokennzeichennummer „Chile 2“ abfährt,
verrät er exklusiv im Fanreport-Interview!
Halbfinale der WM 1962:http://www.youtube.com/watch?v=HjOBSfIa1DE
Impressionen Panenka: http://www.youtube.com/watch?v=3SgQxhjWwWY
| 1 | Marjan Markic | ASV Draßburg | 25 | 62.5 | 0 |
| 2 | Ivan Buchel | ASK Marz | 21 | 52.5 | 0 |
| 3 | Gerhard Schopf | FC Illmitz | 26 | 52 | 0 |
| 4 | Samir Krasniqi | SC Kemeten | 34 | 51 | 0 |
| 5 | Balazs Granat | UFC Purbach | 20 | 50 | 0 |
| 1 | SV Neuberg | Bgld Liga | 66 | 63.462 | 0 |
| 2 | SV Forchtenstei | II. Liga M | 68 | 50.370 | 0 |
| 3 | SC Herz Pinkafe | II. Liga S | 70 | 46.667 | 0 |
| 4 | UFC St. Georgen | II. Liga N | 59 | 45.385 | 0 |
| 5 | ASKÖ Stinatz | Bgld Liga | 47 | 45.192 | 0 |